Johannesburg - Rhino Sanctuary

Am 14.9. kurz nach 9 Uhr landen wir in Johannesburg. Ein Mitarbeiter von Bushlore, unserem Autovermieter, steht mit einer Tafel in der Ankunftshalle und erwartet uns. Wir tauschen noch schnell ein paar Franken gegen Rand und sind kurz darauf unterwegs zum Fahrzeugdepot. 

Da angekommen werden wir mit vielen Informationen und einigem Papierkram eingedeckt. Unsere Fahrzeuge (Toyota Hilux) sind erst zwei Jahre alt, haben aber beide schon über 100’000 km hinter sich. Wenn man weiss welche Pisten damit gefahren wurden, ist das schon eine ganze Menge. Der Aufbau auf der Brücke sieht sehr gut aus, stellte sich aber im Verlauf der Reise als nicht ganz problemlos heraus.

Technisch ist der Hilux ganz passabel. Die schwache Motorisierung, bei einem Gewicht von 2’700 kg, wird sich aber bestimmt ab und zu bemerkbar machen. Wir finden uns in der Führerkabine schnell zurecht, da dieser Fahrzeugtyp schon sehr oft unser Transportmittel in Namibia und auch in Australien war. Was vom Fahrzeug, Fahrer und Beifahrer so alles abgefordert wird, wenn man auf den staubigen und vor allem sandigen Pisten unterwegs ist, erzähle ich im Verlauf der Reise.

 

Wichtige Daten der Fahrzeuge:

        Dieselmotor 2.5TD  mit 150 Liter Treibstoff in zwei Tanks aufgeteilt

        Zwei Schalthebel einer normal für alle üblichen Gänge. Der Andere zum Einstellen H2 (Zweiradantrieb vorne), H4 (4x4 normal) L4 (4x4 untersetzt). Links angeordnet, da man ja rechts sitzt.

        Differenzialsperre

 

Leider fehlen, entgegen den Beschreibungen gemäss Mietvertrag:

       Schnorchel, die bei tiefem Wasser verhindert, dass der Motor Wasser ansaugt.

        Es besteht keine Möglichkeit eine Winde zu montieren.

        Keine Anhängevorrichtung hinten. Müsste man Abschleppen, wäre das sehr mühsam.

Es ist 14 Uhr und wir sind unterwegs nach Mokopane. Die Stadt, rund 250 km nördlich von Joburg, ist unser erster Stopp in SA. Nachdem uns das TomTom auf dem IPhone durch das Quartier auf die Autobahn gelotst hat, geht es zügig voran. Gegen 17 Uhr ist unsere erste Bleibe erreicht. Ein kleines Hotel mitten im Ort, direkt gegenüber einem grossen Einkaufszentrum. Für heute ist das über der Strasse liegende Steakhaus aber wichtiger. Die Rezeptionistin hat es uns empfohlen, weil es da die besten Steaks in Mokopane geben soll. Wir vertagen also den Einkauf auf morgen und gehen direkt ins Restaurant. Es ist zwar nicht das zarteste Stück Fleisch das ich je genossen habe, aber eines der Grössten und sicher eines der preiswertesten. Danach macht sich der mangelnde Schlaf der Nacht im Flugzeug bemerkbar, wir sind Todmüde und liegen bereits um 20 Uhr im Bett.

 

15.9.

Um ca 7:30 Uhr treffen wir auf dem Parkplatz Joe und Hanny, die auch schon dabei sind die ersten Sachen in's Fahrzeug zu verstauen. Die Koffer müssen so untergebracht werden, dass unser bevorstehender Einkauf auch irgendwie noch reinpasst. Wir stellen zum ersten Mal fest,  dass der Toyota zwar gross aussieht, aber kein wirkliches Platzwunder ist. Der Highlift Jack (Ein spezieller Wagenheber der im Sand gebraucht wird.), das 2. Reserverad, der Kompressor und die Sandmatten, die aussehen wie aufgerollte Ketten eines Panzers, nehmen schon mal viel Stauraum weg. Die Koffer und das Material für den täglichen Gerbrauch müssen so verstaut werden, dass wir nicht alles Ausladen müssen, wenn die Fahrzeugausrüstung gebraucht wird. Der Einkaufszettel verlangt einige Dinge die wir hier schon beschaffen können und so machen wir uns auf den Weg zum Laden. Nach mehr als einer Stunde kommen wir mit vollgepackten Einkaufswagen zu den Fahrzeugen zurück. Wir haben alles Mögliche und Unmögliche gekauft und müssen die Sachen nun irgendwie in den Fahrzeugen unterbringen. Endlich, es ist schon fast 11 Uhr, sind wir unterwegs. Wir fahren Richtung „Martins Drift“ einem Grenzübergang nach Botswana. Nach etwa zweieinhalb Stunden haben wir die 180 km geschafft. Die Formalitäten werden hier sehr gewissenhaft abgewickelt und das dauert dann eben ein bisschen. Ungemach blüht dem, der ein Papier vom Autovermieter oder ein Stempel nicht im Pass hat. Zuerst die Ausreise aus SA und dann, nach der Brücke über den Limpopo, die Einreise in Botswana. Nach ca. 1 ½ Std ist es geschafft, wir sind in unserem Zielland angekommen.  Nun ist das TomTom mit Karten von Südafrika nicht mehr das Richtige GPS. Ich nehme also mein Outdoor Navi von Garmin in Betrieb. Es scheint alles OK zu sein, aber irgendwie fahren wir laut Gerät immer neben der Strasse. Dann spinnt es scheinbar richtig, bei jedem möglichen Feldweg will es links weg.  Irgendwann gebe ich auf und hole die gute alte Karte hervor. Wir erreichen nach weiteren 170 km Serowe, wo wir den Rest unseres Proviants einkaufen. Diesmal sind Fleisch, Gemüse und Früchte dabei, die man eigentlich nicht über die Grenze nehmen darf. Danach sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum Khama Rhino Sanctuary. Wir kommen noch bei Tageslicht an, checken ein und gehen dann im Restaurant des Parks essen. Die Bungalows sind sehr schön und ruhig, so dass wir eine gute Nacht vor uns haben.

 

16.9.

In der Nacht hatten Hanny und Joe Besuch von einem Nashorn, das direkt vor ihrem Chalet nach Essbarem suchte. Wie wir in der Hotelbeschreibung gelesen haben, wurde dieses Tier von Hand aufgezogen und ist an Menschen gewöhnt. Es ist deshalb immer wieder mal bei den Chalets anzutreffen. Nichts desto trotz, ein ausgewachsenes, unberechenbares Nashorn direkt vor der Tür, ist schon etwas ganz besonderes.

Da mein Navi heute Morgen immer noch nicht funktioniert, versuche ich stundenlang alles Mögliche und überlege mir schon ob ich in Serowe ein neues kaufen könnte. Da kommt mir die rettende Idee. Ich hatte das Gerät vor kurzem für eine Wanderung im Wallis benutzt und mir ist eingefallen, dass da eine anderes geografisches Netz geladen werden musste. Es gibt eine Unmenge dieser Geo-Netze und natürlich auch ein paar mit englischem Ursprung. Ich suche auf dem Computer die entsprechende Information zur aktuellen Karte, stelle das auf dem Navi entsprechend ein und siehe da, wir sind wieder auf und nicht mehr neben der Strasse. Wir gehen nun auch auf die erste Pirschfahrt. Da es ja «nur» ein Park ist und alle Wege schön auf einem Plan eingezeichnet sind, fahren wir mit den zwei Fahrzeugen getrennte Wege. Wir sind zudem Top ausgerüstet und verfügen über ein Funkgerät das wir einsetzen wollen, falls wir etwas sehen oder etwas passieren sollte. Wir sehen viele Tiere und auch einige Nashörner. Das Funkgerät ist leider ein Reinfall. Nach etwas mehr als Rufdistanz ist auch im Gerät Funkstille.

Ich bin gerade dabei die Helmkamera am Kühlergrill zu befestigen, da kommen zwei Männer zu mir und fragen mich, ob ich ein Schweizer Pärchen kenne das auch hier im Park wohnt. Ich bejahe und erfahre dann, dass der eine von ihnen einen Toyota Hilux  mit zwei Schweizern aus tiefem Sand gezogen hat. Sein Problem ist, dass er das Gefühl hat, die beiden seine keine erfahrenen Offroader und er hat vergessen ihnen zu sagen, dass sie die Differenzialsperre wieder heraus nehmen müssen. Wer das wohl war? So viele Schweizer sind sicher nicht hier im Park und dazu mit einem Hilux unterwegs. Joe und Hanny erzählen uns dann beim Nachtessen die ganze Geschichte.